Articles | Volume 5
Adv. Radio Sci., 5, 173–182, 2007
https://doi.org/10.5194/ars-5-173-2007
Adv. Radio Sci., 5, 173–182, 2007
https://doi.org/10.5194/ars-5-173-2007

  13 Jun 2007

13 Jun 2007

Retrospektive Bestimmung der elektromagnetischen Exposition durch analoge Rundfunksender im Rahmen von KiSS

J. Philipp1, H. Merzenich2, H. Brüggemeyer3, S. Schmiedel2, M. Blettner2, and J. Schüz4 J. Philipp et al.
  • 1Südwestrundfunk, Stuttgart, Deutschland
  • 2Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz, Deutschland
  • 3Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Hannover, Deutschland
  • 4Institute of Cancer Epidemiology, Danish Cancer Society, Copenhagen, Denmark

Abstract. Im Rahmen einer epidemiologischen Fall-Kontroll-Studie zur Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen der Häufigkeit kindlicher Leukämien und elektromagnetischer Strahlung (,,KiSS" – Kindliche Leukämien und Expositionen in der Umgebung von hochfrequenten Sendestationen) soll die Exposition durch leistungsstarke analoge Rundfunksender retrospektiv (Zeitraum 1982–2003) quantifiziert werden. Die zu betrachtenden Sendernetze für AM-Hörfunk, FM-Hörfunk und analoges Fernsehen unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Modulationsart und der von den Einzelsendern abgestrahlten Leistung, sondern auch in der Netzkonfiguration und den je nach Wellenbereich verschiedenen Strahlungseigenschaften der Sendeantennen. Damit sind bei diesen drei Rundfunkdiensten sowohl die absolute Größe als auch die räumliche Struktur der hervorgerufenen Exposition verschieden. Es wird dargelegt, wie die für die Prognose der Rundfunkversorgung verwendeten Rechenverfahren zur Modellierung der Feldstärke für die Modellierung der Exposition herangezogen und durch Kontrollmessungen validiert werden und wie trotz Wahrung der Vertraulichkeit der dabei unabdingbar zu verwendenden Senderbetriebsdaten eine unerwünschte Beeinflussung der Studienergebnisse durch die Senderbetreiber ausgeschlossen wird.